Klimaschutz: Gemeinde ist »mit im Boot«
Main-Echo Pressespiegel

Klimaschutz: Gemeinde ist »mit im Boot«

Marktgemeinderat: Diskussion über Ökologieaktivitäten in Schöllkrippen
SCHÖLLKRIPPEN  Wie hält es Sc­höllkrip­pen mit Kli­ma­schutz- und Öko­lo­gie­ak­ti­vi­tä­ten? Mit die­ser Fra­ge hat sich am Di­ens­tag der Markt­ge­mein­de­rat et­wa 30 Mi­nu­ten lang be­schäf­tigt.

Die Gemeinde sei »offen und mit im Boot«, wenn Vereine und andere Aktivisten Initiativen ergreifen und sinnvolle Umweltprojekte umsetzen wollen, zog Bürgermeister Reiner Pistner (FWG) schließlich ein Fazit.

Das Thema habe er deshalb auf die Tagesordnung gesetzt, so erklärte Pistner vorab, weil ihn in der jüngsten Hofstädtener Bürgerversammlung »ein junger Mann zu Recht angekitzelt« habe.

Rückblick: Der junge Hofstädtener hatte bei Pistner nachgebohrt, welche Optionen für den Ort es in Sachen Klimaschutz gebe, nachdem dieser zuvor gesagt hatte, Klimaschutz, Blühwiesen und Fair-Trade-Gemeinde seien »nicht meine Steckenpferde«. Klimaschutz sei ihm »sehr wichtig«, hatte der Bürgermeister daraufhin betont, aber er wolle ihn »nicht alibimäßig« betreiben. In vielen Orten würde nur plakativ etwas unternommen. Die Scheinheiligkeit anderer sei kein Grund, sich der Verantwortung zu entziehen, meinte der junge Hofstädtener darauf.

»Bürger in die Pflicht nehmen«

Es laufe Vieles in Sachen Umwelt in der Gemeinde, trugen Pistner und der Rat am Dienstag Beispiele zusammen. Dazu gehörten etwa Solaranlagen und Obstbaumpflanzungen, für die aber laut drittem Bürgermeister Thomas Büttner (CSU) »die Einwohner noch mehr in die Pflicht genommen werden sollten«. Siegbert Glaser (FWG) sagte, »auch unsere Bauern machen schon richtig viel«. Die Gemeinde solle die »Macher und Schaffer von Blühstreifen und Lerchenfenster« verstärkt als Vorbilder würdigen.

Theo Grünewald (Grüne) forderte, nach neuestem Gesetz keine öffentlichen Gebäude nach 23 Uhr mehr zu beleuchten. Michael Pfarr (CSU) meinte, jeder Bürger müsse »bei sich selbst anfangen« und seinen Konsum sowie Energieverbrauch überprüfen. Andrea Fath (FWG) verwies auf die Fair-Trade-Aktivitäten des Landkreises, denen sich Schöllkrippen anschließen könne. Pistner schlug Insektenhotels vor, die von der Gemeinde bezahlt und von der Gruppe Äbbelwoi-Stammtisch betreut werden könnten. »Wo ist überhaupt Potenzial?«, fragte sich Andreas Hausotter (FWG), der ein schlüssiges Konzept forderte, bevor Aktionen umgesetzt werden.

Empört den Saal verlassen

Während des Gesprächs unter den Räten erhob sich plötzlich Zuhörer Klaus Imhof. »Mitten im Ortskern« habe die Gemeinde vor einigen Jahren »einen alten Baumbestand entfernt«, empörte sich Imhof, der in der Nachbarschaft des alten Forsthauses in der Aschaffenburger Straße ein Geschäft betreibt. »Auch wenn ich nicht Gemeinderat bin, darf ich das sagen«, meinte Imhof, bevor er aufgebracht den Saal verließ.

06.12.2019
mehr unter www.main-echo.de
Schließen Drucken Nach Oben