Wahlkampf wirft in Krombach seine Schatten voraus
Main-Echo Pressespiegel

Wahlkampf wirft in Krombach seine Schatten voraus

Bürgerversammlung: Susanne Grünewald und Bürgermeister Peter Seitz liefern sich Wortgefechte - Dorfschelle und Kleiderfabrik als Kritikpunkte
Krombach  Die kom­men­den vier Mo­na­te bis zur Kom­mu­nal­wahl in Krom­bach könn­ten heiß wer­den. Bei der Bür­ger­ver­samm­lung am Di­ens­ta­g­a­bend in der Krom­bach­hal­le, zu der rund 50 Krom­ba­cher ge­kom­men wa­ren, deu­te­te sich das an. Zwei Mal wäh­rend des zwei­ein­halb­stün­di­gen Tref­fens lie­fer­ten sich Bür­ger­meis­ter Pe­ter Seitz (UB) und Su­san­ne Grü­ne­wald, die auf der Lis­te der CSU für den Ge­mein­de­rat kan­di­diert und bis­lang den Ve­r­eins­ring lei­te­te, Wort­ge­fech­te.

Am schärfsten debattierten der Bürgermeister und die Erzieherin über das eingestellte Informationsblatt "Dorfschelle". "Ich fände es schön, wenn die Dorfschelle wieder herauskommt", sagte Grünewald. Die Themen, die der Bürgermeister in einer zweistündigen Präsentation bei der Bürgerversammlung vorgestellt hatte, empfinde sie als interessant, aber sehr geballt. Zudem könne nicht jeder kommen. "Außerdem wollte die Bürgerliste die Arbeit des Gemeinderats ja gläserner machen", verpackte sie einen Vorwurf an Seitz, einem Wahlversprechen nicht nachzukommen.

Informationen im Internet

Der Bürgermeister seinerseits argumentierte mit der sehr zeitintensiven Produktion des Hefts. Die "Dorfschelle" sei zu 90 Prozent von ihm gemacht worden, denn wenn die Gemeinde Informationen herausgebe, müsse alles stimmen. Derzeit versuche man, einen Informationsfluss über das Netzwerk Facebook sicherzustellen, was gut angenommen werde, sagte Seitz. Anders als in der "Dorfschelle" werden hier jedoch kaum Hintergründe erläutert.

Für Grünewald ist das kein Ersatz, sie sei nicht bei Facebook angemeldet. Sie forderte Seitz dazu auf, die Heftproduktion an einen der Gemeinderäte zu delegieren. "Wenn das gehen würde, hätte ich es schon längst gemacht", entgegnete Seitz und beendete die Diskussion mit den Worten: "Es driftet langsam in Vorwahlkampf ab."

Weitere Kritikpunkte von Grünewald waren die brachliegende Kleiderfabrik in der Holzgasse, die die Gemeinde vor einigen Jahren gekauft hatte und die immer noch leersteht, und die unzureichende Ausgangssituation an der Alten Schule (Tür nicht von innen zu öffnen, wenn sie zugefallen ist). Seitz erläuterte, dass es für die Kleiderfabrik Pläne gebe, die aber noch nicht spruchreif seien. "Das Geld ist gut angelegt. Auf der Bank müssen wir Strafzinsen zahlen, so können wir etwas Sinnvolles draus machen."

Wunden nicht verheilt?

Zudem regte Grünewald an, Kindergarten und Schule stärker in Fragen des Naturschutzes einzubinden. Seitz hatte vorher dargelegt, dass der Bestand an Streuobstwiesen ohne entsprechende Pflege in den kommenden Jahren stark zurückgehen werde. Auch wenn Grünewald und Seitz in diesem Punkt zunächst an unterschiedliche Zielgruppen dachten, vereinbarten sie doch, über den Schulterschluss mit Schule und Kindergarten zu sprechen.

Bei der Wahl 2014 hatte die Unabhängige Bürgerliste sowohl die Bürgermeisterwahl gewonnen, als auch die Mehrheit im Gemeinderat errungen. Vorher hatte CSU-Bürgermeister Reiner Rosenberger zwölf Jahre im Rathaus gesessen und war von der Niederlage sichtlich getroffen. Die damals gerissenen Wunden scheinen beim ein oder anderen noch nicht verheilt, wie die nun beginnende Wahlauseinandersetzung zeigt.

Einer hielt sich jedoch am Donnerstagabend raus: Auch der Bürgermeisterkandidat der CSU, Horst Hug, verfolgte die Bürgerversammlung, verließ sie jedoch vorzeitig und ohne eine Wortmeldung.

Zahlen & Fakten: Krombach

In Krombach leben derzeit 2249 Einwohner. Im Vorjahr waren es laut Bürgermeister Peter Seitz (UB) 2255 und damit sechs mehr. Die älteste Frau im Ort ist 97 Jahre alt, der älteste Mann 93 Jahre.

Die Zahl der Eheschließungen lag zwischen 22. November 2018 und 22. November 2019 bei 22, im Vorjahreszeitraum sagten elf Paare in Krombach "Ja, ich will". Die Zahl der Geburten stieg von 19 im Vorjahr auf 24. Die Statistik weist 17 Sterbefälle auf, im Vorjahr waren es 37. Der Ausländeranteil des Orts liegt bei sechs Prozent."Finanziell brauchen wir nicht meckern, uns geht es gut", kommentierte Peter Seitz die Haushaltssituation. Zum Jahresende wird der Schuldenstand voraussichtlich bei 604.000 Euro liegen und damit etwa bei der Hälfte des Werts von vor sechs Jahren. Damals stand noch Bürgermeister Reiner Rosenberger (CSU) in der Verantwortung, bei der Wahl 2014 errang die Unabhängige Bürgerliste einen Sieg und eroberte neben dem Bürgermeisterstuhl auch die Mehrheit im Gemeinderat.

27.11.2019
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