Falsche Fuffziger bitten noch einmal zum Tanz
Main-Echo Pressespiegel

Falsche Fuffziger bitten noch einmal zum Tanz

Musik:Schöllkrippener Showband gibt nach 18 Jahren ein Konzert - 1990 nach Vorbild der Gruppe Rio gegründet - Samstag im Rathausgarten
SCHÖLLKRIPPEN.  18 Jah­re hat man nichts mehr von ih­nen ge­hört: Jetzt keh­ren »Die fal­schen Fuff­zi­ger« beim Gar­ten­fest der Kahl­grün­der Mu­si­kan­ten am 28. Ju­li zu ei­nem ein­ma­li­gen Auf­tritt auf die Büh­ne zu­rück. Im Ge­päck je­de Men­ge Mu­sik der Fif­ties und Six­ties zum Ab­tan­zen.

Für das Fest im Rathausgarten werde eigens »ein richtiges Tanzpodium organisiert«, betont Saxofonist Alexander Rosenberger, einer der neun falschen Fuffziger.

Vor 29 Jahren hatte sich die Tanz- und Showband nach dem Vorbild der bekannten Gruppe »Rio« gebildet, um frischen Wind auf die Bühnen zu bringen.

Im Jahr 2000 war Schluss

Und obwohl ihr das bestens gelang und sie viele Auftritte im Kreis Aschaffenburg und im Rhein-Main-Gebiet hatte, war im Jahr 2000 Schluss. Aus beruflichen Gründen blieb den jungen Musikern damals wenig Zeit, durch die Gegend zu touren. Da sie aber fast alle auch zu den Kahlgründer Musikanten gehören, haben sie sich natürlich nicht aus den Augen verloren.

Beim Geburtstagsfest eines Freundes vor einigen Monaten, als man in Erinnerungen schwelgte, kam dann die Idee: »Wir könnten doch noch mal einen Auftritt machen«, erzählt Alexander Rosenberger.

Der 53-Jährige blickt zurück: 1989 hatten einige Musiker bei einem Polterabend gespielt. Was sie boten, habe den Gästen so gut gefallen, dass die jungen Männer sich nach weiteren Auftritten entschlossen, neben den Aktivitäten bei den Kahlgründer Musikanten eine eigene Kapelle zu gründen.

Bedingung: tanzbar

Ob Stücke von Glen Miller und Duke Ellington, oder Hits aus den 50er- und 60er-Jahren wie »Kriminaltango« oder »Blue Suede Shoes« - gespielt wurde, was gefiel. Einzige Voraussetzung: Tanz?bar musste es sein.

Weil die Musiker genau genommen mit den fünfziger Jahren wenig zu tun hatten und auch keiner von ihnen in den 50ern geboren wurde, gaben sie sich den Namen Die falsche Fuffziger. Sie »fälschen die fünfziger Jahre«, schrieb unsere Zeitung 1991 über die Band, die zunächst auf Festen im Kahlgrund und später überregional für Begeisterung sorgte. So etwa 1993 beim Jubiläumsfest »30 Jahre Air Cargoclub Deutschland« am Frankfurter Flughafen und beim Golden-Oldies-Festival 1997 in Wettenberg (Kreis Gießen).

Sängerin kommt hinzu

Bestanden Die falschen Fuffziger anfänglich aus neun Männern, wurde bald darauf Sängerin Blanka Gehrig engagiert. Alexander Rosenberger hatte die gebürtige Heinrichsthalerin, die heute in Aschaffenburg lebt, bei einer Hochzeit singen gehört. »Wie Bette Midler«, schwärmt Rosenberger. Auch der Ehemann der Sängerin, Walter Gehrig, machte später mit. Er spielt Klavier, das einzige Tasteninstrument in der Gruppe, deren Besetzung sich seit der Gründung leicht geändert hat.

»Wir waren und sind keine Überflieger«, meint Rosenberger, »was zählt, ist die Gaudi und der Spaß, den die Leute immer mit uns hatten.«

DORIS PFAFF
24.07.2018
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